Erster Begegnungstag der Partnergemeinden bringt Kommunen, Schulen und Generationen in Mainburg zusammen
Mainburg. Europa beginnt nicht erst in Brüssel – sondern dort, wo Menschen sich begegnen. Genau darum ging es beim ersten Begegnungstag der Partnergemeinden, zu dem der Partnerschaftsverein Mainburg gemeinsam mit dem Bezirk Niederbayern eingeladen hatte. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Schul- und Kommunalpartnerschaften nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam Ideen für die Zukunft zu entwickeln.
Seit über 35 Jahren Regionalpartnerschaft Bezirk Niederbayern – Departement Oise
Seit mehr als 35 Jahren verbindet den Bezirk Niederbayern eine Partnerschaft mit dem nordfranzösischen Departement Oise. Inzwischen wird diese Partnerschaft in sechs Kommunal- und sieben Schulpartnerschaften mit Leben gefüllt. Regelmäßige Besuche und Begegnungen schaffen persönliche Kontakte – und bringen Europa ganz konkret vor die eigene Haustür.
Doch Partnerschaften stehen auch vor Herausforderungen: Wie begeistern wir junge Menschen für die Vereinsarbeit? Wie finden wir Gastfamilien? Und wie lassen sich internationale Begegnungen finanzieren? Diese und weitere Fragen standen beim Begegnungstag im Mittelpunkt.
Bezirksrätin Hannelore Langwieser und Bezirksrat Markus Scheuermann luden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihrer Begrüßung dazu ein, den Tag nicht nur zum Reden über Europa zu nutzen, sondern Europa selbst zu erleben: „offen, interessiert, neugierig und freundschaftlich“. Im Namen des Bezirkstagspräsidenten Dr. Olaf Heinrich betonten sie zudem das Ziel, Partnerschaften weiterzuentwickeln: Aus Partnerschaften sollen Freundschaften, aus Begegnungen Verständnis und daraus ein starkes, friedliches und geeintes Europa entstehen.
Austausch zwischen den Generationen
Beim Austausch zwischen den Generationen zeigten junge Menschen Interesse an internationalen Austauschmaßnahmen und erkundigten sich über Möglichkeiten und Voraussetzungen für Auslandspraktika vor Ort mit den französischen Gästen aus dem Departement de l‘Oise. Beim „Walk and Talk“ standen dabei nicht offizielle Themen, sondern vor allem persönliche Gespräche und neue Kontakte im Mittelpunkt.
Das Rahmenprogramm bot Gelegenheit, Mainburg und die Region näher kennenzulernen. So konnten die Teilnehmer bei der Führung durch die Citroën Sammlung Peters ein Stück französische automobile Kulturgeschichte entdecken und waren beeindruckt von der außergewöhnlichen Ausstellung und der Leidenschaft des Sammlers. Durch die Stadt Mainburg führten der ehemalige und aktuelle Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Rolf Lefeber und Michael Bock, höchstpersönlich und gaben historische Einblicke zu bedeutenden Orten und besonderen Ereignissen.
Europas Zerreißprobe: Zwischen Einheit und nationalen Interessen
Zum Abschluss richtete sich der Blick wieder auf die großen Fragen Europas. Professor Dr. Lukáš Novotný, M.A., von der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität Ústí nad Labem in Tschechien, sprach zum Thema „Europas Zerreißprobe: Zwischen Einheit und nationalen Interessen“. Der anschließende Austausch machte deutlich: Europa ist kein Selbstläufer. Es lebt davon, dass Menschen miteinander im Gespräch bleiben, Unterschiede kennenlernen und gemeinsame Erfahrungen machen. Der erste Begegnungstag hat dafür einen wichtigen Impuls gesetzt – generationenübergreifend, international und mit Blick auf die Zukunft.
Gefördert wird die Veranstaltung vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds. Der Deutsch-Französische Bürgerfonds berät, vernetzt und finanziert Projekte, die die deutsch-französische Freundschaft und Europa in der Breite der Bevölkerung erlebbar machen. Er fördert eine Vielzahl an Formaten und Themen, ist niedrigschwellig und steht allen Akteuren der Zivilgesellschaft offen.
Foto 1: Partnerschaftsverein Mainburg, Simone Huber Französische Gäste mit Organisatoren und Ehrengästenhinten Mitte: Marie-Anne Fizet-Gorin, Präsidentin Fédération des Comités de Jumelage de l’Oise, re. daneben Bezirksrat Markus Scheuermann, Patrick Fizet, Professor Dr. Lukáš Novotný; Bezirksrätin Hannelore Langwieser, Rolf Lefeber, 4.v.li.: Michael Bock; vorne: 2. v. re. Partnerschaftsbeauftragte Petra Zierer
